Innovationspreis des Unternehmensverbandes


Unternehmensverbandsvorsitzender Theo Haar (rechts) zeichnete Ute Simon-Nadler und Benno Moosmüller von der Hessenwaldschule in Weiterstadt für das hier entwickelte Neue Lernkonzept aus. Foto vhu

Hessenwaldschule für Neues Lernkonzept geehrt
Unternehmerverbände würdigen zukunftsorientierte Bildungsarbeit

Darmstadt/Weiterstadt (Lör) Die Unternehmerverbände Südhessens zeichnen seit zehn Jahren beispielgebende Schulen der Region für zukunftsorientierte Bildungsarbeit aus. „Inidividuell, integrativ und fördernd“ sollen die Projekte sein. 317 Schulen gibt es in Südhessen, Vertreter von vier davon wurden zur Preisverleihung ins Darmstädter Alte Schalthaus gebeten. Unter ihnen: Schulleiterin Ute Simon-Nadler und ihr Stellvertreter Benno Moosmüller von der Hessenwaldschule in Weiterstadt. Die kooperative Gesamtschule erhielt den Sonderpreis für das Neue Lernkonzept.

 

Die Schüler sollen ihr Lernen selbst in die Hand nehmen und dadurch frühzeitig Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen“, brachte Dr. Albrecht Hallbauer, Vorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen, das Ziel des Konzepts im feierlichen Rahmen der Preisverleihung auf den Punkt. Der berühmt-berüchtigte Frontalunterricht wird an der Hessenwaldschule mehr und mehr zurückgedrängt und nur noch in bestimmten Unterrichtsphasen gezielt eingesetzt.

 Im Zentrum stehen abwechslungsreiche Arbeitspläne. So kommt jeder Schüler nach seinem individuellen Lerntempo voran. Der Lehrer wird zum Lernberater. Wegbereiterinnen des neuen Lernens an der Hessenwaldschule sind Ursula Vergin, Elke Eßinger und Sigrid Parthey. Inzwischen arbeitet die große Mehrheit des Kollegiums nach diesem Prinzip und macht durchwegs gute Erfahrungen.

 

Das Lernkonzept ist an Kompetenzen ausgerichtet, die für die Schüler auch über die Schule hinaus von Bedeutung sind. „Ich kann mich am Telefon um einen Praktikumsplatz bewerben“, nennt Elke Eßinger ein Beispiel. Schüler lernen, einen Geschäftsbrief zu schreiben, einen Antrag zu stellen oder eine erfolgversprechende Bewerbung zu gestalten. Es geht längst nicht nur um Wissen, sondern auch um Methodenlernen. Mit Hilfe von selbst aufgestellten wöchentlichen Lernplänen setzen sich die Schüler Ziele.

 

Diese Ideen finden immer mehr Beachtung. Schulräte, Schulleiter, Lehrergruppen und Unternehmer geben sich die Klinke in die Hand. Bisweilen müssen sich die Besuchergruppen gedulden, bis wieder ein Termin ermöglicht werden kann. Erst kürzlich zeigte sich die Arbeitsgemeinschaft Schule und Wirtschaft begeistert vom Neuen Lernkonzept aus Weiterstadt. Auch das Kultusministerium ist längst auf die Hessenwaldschule aufmerksam geworden. Auf dem Hessischen Hauptschultag am 26. März präsentierten Schulleiterin Ute Simon-Nadler und stellvertretender Schulleiter Benno Moosmüller das Weiterstäder Lernmodell.

 

Beim 12. Bildungsforum der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) in Frankfurt, das sich im Dezember 2008 ausschließlich um die Hessenwaldschule drehte, brachte er das Ziel des Konzepts auf den Punkt: „Wir machen unsere Schüler fit für das Leben, indem wir ihre Fähigkeiten und Stärken individuell fördern.“ Das Augenmerk müsse auf ihre Fortschritte, nicht auf ihre Defizite gerichtet sein.

Das deckt sich mit den Vorstellungen der südhessischen Unternehmer, die sich besonders über das hohe Niveau freuten „Die Qualität der eingereichten Projekte drückt die Bedeutung des Wettbewerbs aus. Davon profitiert die gesamte Region Südhessen“, so Rechtsanwalt Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Südhessen e.V. bei der Prämierung. Ihr schloss sich im Alten Schalthaus ein Vortrag über Barack Obama an. Sein Slogan gilt für die südhessischen Unternehmer wie für die Hessenwaldschule: Yes, we can.