Lernkonzept

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Fit fürs Leben

Für eine sich ständig ändernde Welt (Wissensgesellschaft, Globalisierung …) brauchen unsere Kinder eine möglichst optimale Vorbereitung. Als Grundstein für lebenslanges Lernen brauchen sie ein dauerhaftes Gefühl des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten und die Zuversicht, den Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein.
Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky nennt dieses positive Lebenskonzept  "Kohärenzgefühl"1).

Diese Grundhaltung setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
  1. Ein Mensch muss die Welt als verstehbar erfahren können. Dazu bedarf es des WISSENs als kognitives Verarbeitungsmuster.
  2. Er muss die Überzeugung ausbilden, dass Schwierigkeiten zu bewältigen und lösbar sind. Dazu bedarf es des Vertrauens in das eigene KÖNNEN als kognitiv-emotionales Verarbeitungsmuster.
  3. Er muss einen Sinn darin sehen, dass Anforderungen und Probleme es wert sind, sich dafür zu engagieren und Energie zu investieren. Dazu bedarf es des WOLLENs als motivationale Komponente.
Die Schule soll Schüler darauf vorbereiten,… "ihr zukünftiges privates, berufliches und öffentliches Leben auszufüllen, bei fortschreitender Veränderung wachsende Anforderungen zu bewältigen und die Freizeit sinnvoll zu nutzen." (Hessisches Schulgesetz, §2)

Wir stellen fest, dass Schule dieser Aufgabe bisher nicht ausreichend gerecht wird.
Viele junge Menschen erreichen das angestrebte Bildungsziel nicht. Die schulische Laufbahn ist oft geprägt von Versagen, "Sitzenbleiben",  Abrutschen "nach unten" und schlimmstenfalls dem Verlassen der Schule ohne Abschluss. Damit einher geht oft auffälliges, sich selbst schädigendes und die Gemeinschaft belastendes Verhalten.

Anlass genug,  Schule "neu zu denken" 2).

Die Hessenwaldschule hat sich eingehend damit befasst, welche Veränderungen dazu notwendig sind. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass bloße Korrekturen der bisherigen Praxis nicht zielführend sind. In einem intensiven schulischen Lernprozess entwickelte sich an unserer Schule ein grundlegend neues Verständnis schulischen Lernens und führte zu einem dynamischen Schulentwicklungsprozess. Orientierung gaben uns die Erkenntnisse der Lernforschung, die Festschreibung der Bildungsstandards und Schulen im In- und Ausland mit für uns vorbildlicher Lernorganisation.

Unsere Grundsätze:
Jeder Lernende hat besondere Fähigkeiten und Stärken, die es zu fördern gilt. Er wird an seinen Fortschritten gemessen, nicht an seinen Defiziten. Wir befähigen unsere Kinder und Jugendlichen, ein positives Lebenskonzept zu entwickeln als Grundlage für lebenslanges Lernen.

Unser Ziel: 
Jeder Lernende erreicht den für ihn bestmöglichen Schulabschluss. 
                    
Für den Bereich "WISSEN" bedeutet das die Umsetzung wichtiger Erkenntnisse der Lernforschung. Wichtige Leitbegriffe in diesem Zusammenhang
  • Nachhaltiges Lernen statt Belehrung
  • Reflektierendes, verstehendes Lernen
  • Individuelles, kompetenzorientiertes Lernen
  • Eigenständiges, prozesshaftes Lernen
  • Lernkultur und vielfältige Lernlandschaft
Für den Bereich "KÖNNEN" bedeut das den systematischen Aufbau sogenannter Schlüsselqualifikationen. Neben der Fachkompetenz sind das vor allem
  • Methodenkompetenz (z.B. Informationen beschaffen, bearbeiten und präsentieren / effektiv lernen / Evaluation)
  • Soziale Kompetenz (z.B. Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit / Konfliktfähigkeit /Toleranz / Respekt) 
  • Selbstkompetenz (z.B. Lern- und Leistungsbereitschaft / Zuverlässigkeit / Ausdauer und  Belastbarkeit / Kritikfähigkeit / Kreativität / Selbstständigkeit)
Für den Bereich "WOLLEN" bedeutet das
  • Lernmotivation aufbauen und erhalten,
  • Selbstwirksamkeit erfahrbar machen ("Aus Betroffenen werden Beteiligte." 3),
  • Erfolge ermöglichen
  • Orientierung geben.


1) Antonovsky, A. (1997) Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Dt. erweiterte
     Herausgabe von A. Franke. Tübingen: dgvt.
2) von Hentig, H. (2003) Die Schule neu denken. Eine Übung in pädagogischer Vernunft.
     Beltz Verlag, Weinheim – Basel
3) Müller A. (1999) Nachhaltiges Lernen. Oder: Was Schule mit Abnehmen zu tun hat.
     pepp. Medien, Beatenberg